Warum du nachts durchgeschwitzt aufwachst und was helfen kann
Es ist halb zwei und du wachst auf, weil dein Shirt am Rücken klebt und das Kissen unter dir feucht ist. Wenn du dich bewegst, wird dein Nacken kühler. Umziehen oder weiterschlafen, beides hast du schon versucht.
Wer nachts schwitzt und davon aufwacht, denkt zuerst an die Bettdecke oder ein zu warmes Schlafzimmer. Aber nicht nur Bett und Luft haben Einfluss darauf.
Wie warm oder kalt dir nachts ist, hängt nicht nur von der Temperatur im Raum ab. Auch Alkohol, spätes Essen, Stress und hormonelle Veränderungen können dafür sorgen, dass der Körper nachts mehr Wärme loswerden muss.
Warum du nachts überhaupt schwitzt
Deine Körpertemperatur bleibt im Schlaf nicht gleich, sie beginnt bereits am Abend zu sinken und erreicht ihren niedrigsten Punkt normalerweise in der zweiten Nachthälfte.
Damit diese Abkühlung funktioniert, muss der Körper Wärme abgeben. Die Blutgefäße nahe der Haut spielen dabei eine große Rolle. Wird dem Körper trotzdem zu warm, setzt ein weiterer Kühlmechanismus ein. Schweiß verdunstet auf der Haut und entzieht ihr dabei Wärme.
Schwitzen ist deshalb nichts Ungewöhnliches, problematisch wird es dann, wenn so viel Schweiß entsteht, dass du davon aufwachst.
Wenn die Bettdecke nicht zur Temperatur passt
Eine Decke, die im Januar angenehm ist, kann im Juli deutlich zu warm sein. Das wird leicht übersehen, da viele das ganze Jahr über mit derselben Bettdecke schlafen.
Wenn du vor allem in warmen Monaten nachts schwitzt, kann eine leichtere Sommerdecke die Lösung sein. Oder eine 4-Jahreszeiten Bettdecke, diese sind im Winter schön warm und können im Sommer einfach mithilfe von Druckknöpfen geteilt werden.
Neben der Dicke ist auch das Material entscheidend, wie gut Wärme und Feuchtigkeit abgegeben werden können. Baumwolle und Daune können sich besser anfühlen als synthetische Stoffe, da sie atmungsaktiver sind.
Welche Vor- und Nachteile hat eine Gewichtsdecke?
Welchen Unterschied das Material der Bettwäsche macht
Nicht nur die Decke selbst entscheidet darüber, wie warm sich das Bett anfühlt, auch die Bettwäsche kann Wärme stauen. Auch hier gibt es Materialen, die eher für warme oder kühlere Nächte geeignet sind.
Baumwolle ist an sich schon atmungsaktiv und feuchtigkeitsableitend, in der Webart gibt es aber Unterschiede, die man kennen sollte. Perkal ist ein Flachgewebe, dadurch wirkt es kühler auf der Haut und ist im Sommer angenehmer. Satin ist weich und leicht, fühlt sich dagegen aber wärmer an und ist daher besser für den Winter.
Bambus fühlt sich kühl an und leitet auch Feuchtigkeit sehr gut ab. Merinowolle hat einen besonderen Effekt, sie reguliert die Temperatur in beide Richtungen und ist somit für Sommer und Winter eine gute Wahl, das macht sich aber auch beim Preis bemerkbar.
Wenn das Schlafzimmer zu warm ist
Auch ein gut gewähltes Bett kann ein zu warmes Schlafzimmer nicht vollständig ausgleichen. Eine feste Idealtemperatur gibt es aber nicht, weil das persönliche Empfinden, die Bettdecke und die Kleidung das mit beeinflussen.
Besonders in den Sommermonaten liegt die Raumtemperatur deutlich höher, als man es angenehm empfindet. Dann kann es helfen, kurz vor dem Schlafengehen nochmal gründlich zu lüften, auch ein Ventilator kann für zusätzliche Luftbewegung sorgen, er sollte aber nicht direkt auf den Körper gerichtet sein.
Bei Paaren kommt noch ein anderes Problem dazu, was für den einen angenehm kühl ist, ist für den anderen längst zu kalt. Hier sind zwei einzelne Decken die bessere Lösung, damit beide sich nachts wohlfühlen.
Wie bereits der Abend Einfluss auf die Nacht nimmt
Alkoholkonsum am Abend macht sich auch nachts bemerkbar, er beeinflusst die Blutgefäße und die Regulation der Körpertemperatur. Zusätzlich verändert er die Schlafstruktur, während es zuerst müde machen kann, wird der Schlaf im Verlauf der Nacht eher unruhiger.
Warum Alkohol dich am Durchschlafen hindern kann
Auch das Abendessen beeinflusst die Nacht, nach größeren Mahlzeiten arbeitet die Verdauung noch mehrere Stunden weiter. Die dabei entstehende Wärme kann zum Aufwachen durch Schwitzen in der Nacht führen. Scharfes Essen verstärkt dies noch zusätzlich.
Wenn der Körper nachts nicht richtig herunterfährt
Auch stressreiche Tage können dazu führen, dass man nachts verschwitzt aufwacht, obwohl es nicht heiß ist.
Wenn man spät am Abend arbeitet, lange am Bildschirm saß oder bis kurz vor dem Schlafengehen noch unter Spannung stand. Dann kann der Körper schwerer zur Ruhe kommen oder sich dann mitten in der Nacht melden.
In solchen Fällen kann eine bessere Abendroutine helfen, das nächtliche Aufwachen zu verhindern und für einen besseren Schlaf sorgen.
Wenn Hormone die Temperatur verändern
Manchmal ist die Ursache nicht das Schlafzimmer, sondern hormonell bedingt, in den Wechseljahren können Hitzewallungen und Schweißausbrüche das Schlafen schwer machen. Auch in der Schwangerschaft verändert sich der Stoffwechsel, die Hormone und die Durchblutung, was nächtliches Aufwachen begünstigen kann.
Nicht nur Wechseljahre und Schwangerschaft beeinflussen die Körpertemperatur. Der normale Menstruationszyklus beeinflusst sie ebenfalls, nach dem Eisprung zum Beispiel steigt die Basaltemperatur leicht an.
Bei diesen Ursachen kann eine bessere Schlafumgebung zwar unterstützen und etwas angenehmer machen, aber natürlich nicht verhindern.
Wie du für dich das Richtige findest
Wenn du herausfinden möchtest, was dir am besten hilft, solltest du nicht alles auf einmal ändern. Besser ist es Stück für Stück einzelne Gründe auszuschließen, indem du erstmal eine Änderung vornimmst und ein paar Nächte beobachtest, ob es dir hilft, bevor du zur nächsten übergehst.
Notiere dir am besten, was du verändert hast und wie deine Nacht danach war, so kannst du nach und nach herausfinde, was am besten bei dir anschlägt.
Warum man nachts immer wieder aufwacht
Wie man besser durchschlafen kann und warum man nachts aufwacht
Manchmal führt die Antwort zur Bettdecke, oder zum Glas Wein am Abend. Und wenn sich keine Alltagsursache findet, ist das ebenfalls eine Information, mit der man weiterarbeiten kann.
Häufige Fragen zu nächtlichem Schwitzen
Ist es normal, nachts leicht zu schwitzen?
Leichtes Schwitzen in der Nacht ist ansich nichts Ungewöhnliches, besonders ein warmes Schlafzimmer, eine zu dicke Bettdecke, spätes Essen oder Alkohol am Abend können dazu führen.
Welche Bettdecke eignet sich bei nächtlichem Schwitzen?
Wenn dir nachts schnell zu warm wird, kann eine leichte Sommerdecke oder eine 4-Jahreszeiten Bettdecke helfen. Achte dabei auf ein atmungsaktives Material, das Wärme und Feuchtigkeit gut abgeben kann.
Welche Bettwäsche eignet sich bei nächtlichem Schwitzen?
Baumwolle ist atmungsaktiv und kann Feuchtigkeit gut aufnehmen. Im Sommer kann sich Perkal angenehm kühl anfühlen, während Satin eher wärmer wirkt. Auch Bambus oder Merinowolle eignen sich gut, wenn du nachts schnell schwitzt.
Hilft ein Ventilator gegen nächtliches Schwitzen?
Ein Ventilator kann bei einem zu warmen Schlafzimmer für zusätzliche Luftbewegung sorgen, dabei sollte er aber nicht direkt auf den Körper gerichtet sein.
Kann Alkohol nächtliches Schwitzen begünstigen?
Alkohol beeinflusst die Blutgefäße und die Regulation der Körpertemperatur, zusätzlich kann der Schlaf im weiteren Verlauf der Nacht unruhiger werden. Wenn du nach Alkohol häufiger verschwitzt aufwachst, kannst du einige Abende darauf verzichten und beobachten, ob sich etwas verändert.
Warum schwitze ich in den Wechseljahren nachts stärker?
Hitzewallungen und Schweißausbrüche können während der Wechseljahre auch nachts auftreten. Eine leichtere Bettdecke, atmungsaktive Schlafkleidung und ein eher kühles Schlafzimmer können die Nächte angenehmer machen.
Kann eine Gewichtsdecke bei nächtlichem Schwitzen helfen?
Wenn dir nachts ohnehin schnell warm wird, solltest du bei einer Gewichtsdecke besonders auf das Material und die Wärmeentwicklung achten. Je nach Modell kann sie sich wärmer anfühlen als eine gewöhnliche Bettdecke. Eine leichtere und atmungsaktive Variante kann dann angenehmer sein.