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Vier gefüllte Wingläser auf einem Fass
Erstellt · 4. September 2026

Warum Alkohol dich am Durchschlafen hindern kann

Zwei Gläser Wein zum Essen, angenehm müde ins Bett und schnell eingeschlafen. Aber dann wirst du mitten in der Nacht plötzlich wieder wach und an Weiterschlafen ist erstmal nicht zu denken? Das ist nach Alkohol keine Seltenheit. Er kann zwar dafür sorgen, dass du schneller einschläfst, gleichzeitig verändert er aber deinen Schlaf. Und das macht sich meist erst einige Stunden später bemerkbar.

Warum man mit Alkohol schneller einschläft, aber nicht besser schläft

Alkohol wirkt dämpfend auf das zentrale Nervensystem und kann dadurch das Einschlafen erleichtern. Allerdings bedeutet schnelleres Einschlafen nicht automatisch besseren Schlaf.

Denn während du schneller müde wirst, verändert Alkohol gleichzeitig den natürlichen Ablauf deiner Schlafphasen. Das kann vor allem in der zweiten Nachthälfte dazu führen, dass du unruhiger schläfst und leichter wieder aufwachst.

Der Zusammenhang wird leicht übersehen, weil zunächst der positive Effekt auffällt. Du schläfst nach einem Glas Wein schneller ein und verbindest Alkohol deshalb eher mit gutem Schlaf. Dass du einige Stunden später wieder wach bist, wird damit dann gar nicht mehr in Verbindung gebracht.

Gefülltes Weinglas bei Abenddämmerung

Wie Alkohol deine Schlafphasen verändert

Die Wirkung von Alkohol bleibt über die Nacht nicht gleich. Während er zuerst dämpfend wirkt und das Einschlafen erleichtert, verändert sich dieser Effekt, je mehr dein Körper davon abbaut. Deshalb kann sich die erste Hälfte der Nacht ganz anders anfühlen als die zweite.

In den ersten Stunden

Man wird müder, die Gedanken werden ruhiger und das Einschlafen fällt leichter. Dahinter steckt die Wirkung auf GABA, einen beruhigenden Botenstoff im Gehirn. Alkohol verstärkt dessen dämpfende Wirkung. Gleichzeitig verändert sich aber auch die Zusammensetzung deines Schlafs. Besonders die REM-Schlafphasen können in der ersten Nachthälfte kürzer ausfallen.

In der zweiten Nachthälfte

Während du schläfst, baut dein Körper den Alkohol nach und nach ab. Die dämpfende Wirkung lässt langsam nach und der Schlaf wird leichter und unruhiger. Zusätzlich verändert sich der Schlaf gegen Morgen ohnehin. Die Tiefschlafphasen werden kürzer und der Anteil anderer Schlafphasen nimmt zu. Auch der REM-Schlaf kann nun wieder stärker auftreten. Darum können Träume nach Alkohol manchmal besonders lebhaft oder intensiv wirken.

Was es bedeutet, wenn du nachts um 3 Uhr aufwachst

Was Alkohol nachts noch beeinflusst

Nicht nur die Schlafphasen können dafür sorgen, dass du nach Alkohol häufiger aufwachst. Alkohol beeinflusst auch die Regulation deiner Körpertemperatur und erweitert die Blutgefäße. Das macht sich durch ein stärkeres Wärmegefühl oder nächtliches Schwitzen bemerkbar.

Warum du nachts durchgeschwitzt aufwachst und was helfen kann

Auch der Flüssigkeitshaushalt verändert sich. Alkohol beeinflusst das antidiuretische Hormon, kurz ADH, das an der Regulation der Urinproduktion beteiligt ist. Dadurch kann sich die Blase schneller füllen und du musst nachts häufiger zur Toilette. Dazu entspannt Alkohol die Muskulatur im Rachen, wodurch Schnarchen häufiger wird.

Am Ende kommen also mehrere kleine Störungen zusammen. Du schläfst leichter, dir ist vielleicht wärmer und irgendwann meldet sich auch noch die Blase. Jede für sich kann reichen, um dich aufzuwecken.

Warum die Menge einen Unterschied macht

Ein Glas Wein und ein ganzer Abend mit mehreren Getränken beschäftigen den Körper nicht gleich lange. Aber je mehr Alkohol du trinkst, umso mehr muss dein Körper anschließend wieder abbauen. Wie schnell das passiert, ist bei jedem unterschiedlich.

Deshalb gibt es auch keine feste Anzahl an Gläsern, ab der dein Schlaf automatisch schlecht wird. Manche bemerken bereits nach wenig Alkohol einen Unterschied, andere erst nach größeren Mengen.

Eine Gruppe von gefüllten Weingläsern

Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle

Ein Glas zum frühen Abendessen ist etwas anderes als der Absacker direkt vor dem Zubettgehen. Je mehr Zeit zwischen dem letzten Getränk und dem Schlafengehen liegt, desto mehr Alkohol kann dein Körper bereits vorher abbauen. Das bedeutet nicht, dass ein früheres Glas keinen Einfluss mehr auf deinen Schlaf hat. Der Abstand kann aber einen Unterschied machen, besonders wenn du sonst gerne kurz vor dem Schlafengehen noch etwas trinkst.

Hilft Wasser vor dem Schlafengehen?

Das Glas Wasser nach dem Wein macht den Alkohol nicht rückgängig und verhindert auch nicht seine Wirkung auf deine Schlafphasen. Trotzdem kann es sinnvoll sein. Alkohol beeinflusst den Flüssigkeitshaushalt und Wasser kann helfen, den zusätzlichen Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Mehr Wasser bedeutet aber auch eine vollere Blase. Kurz vor dem Schlafengehen noch einen Liter zu trinken, wäre deshalb eher der nächste Grund zum Aufwachen als die Lösung.

Wenn du nach Alkohol regelmäßig schlecht schläfst

Wenn du wissen möchtest, welchen Einfluss Alkohol auf deine eigenen Nächte hat, kannst du es relativ einfach ausprobieren. Lass ihn für eine Weile am Abend weg und beobachte deinen Schlaf. Wachst du seltener auf? Fühlst du dich morgens erholter?

Wenn du keinen Unterschied bemerkst, haben wahrscheinlich andere Dinge einen größeren Einfluss auf deine Nächte. Wenn du dagegen plötzlich ruhiger schläfst, ist der Zusammenhang ziemlich deutlich.

Warum man nachts immer wieder aufwacht

Wie man besser durchschlafen kann und warum man nachts aufwacht

Häufige Fragen zu Alkohol und Schlaf

Warum wache ich nach Alkohol nachts auf?

Alkohol kann das Einschlafen erleichtern. Während dein Körper ihn im Laufe der Nacht abbaut, lässt diese dämpfende Wirkung nach und der Schlaf kann unruhiger werden. Dazu kommen mögliche Auswirkungen auf Körpertemperatur, Flüssigkeitshaushalt und Atmung.

Warum schlafe ich nach Alkohol schnell ein?

Alkohol wirkt dämpfend auf das zentrale Nervensystem. Dadurch wirst du häufig schneller müde und das Einschlafen fällt leichter. Das bedeutet allerdings nicht, dass auch die Qualität des Schlafs besser ist.

Verändert Alkohol den REM-Schlaf?

Alkohol kann die normale Verteilung der Schlafphasen verändern und besonders in der ersten Nachthälfte den REM-Schlaf beeinträchtigen. Im späteren Verlauf der Nacht kann sich dessen Anteil wieder verändern, wodurch Träume teilweise intensiver wahrgenommen werden.

Hilft Wasser gegen schlechten Schlaf nach Alkohol?

Wasser kann den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, verhindert aber nicht die Wirkung von Alkohol auf den Schlaf. Sinnvoller ist es deshalb, bereits während des Abends ausreichend Wasser zu trinken, statt kurz vor dem Zubettgehen eine große Menge nachzuholen.

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